Erfahrungsbericht Reiseleitung Weißwasser

Mein Name ist Constanze und ich bin seit mehreren Jahren als Reiseleitung bei ReiseMeise tätig. Angefangen habe ich als Sprachdozentin im Englisch-Camp, während meiner Ausbildung zur Erzieherin. Seitdem war ich in den unterschiedlichsten Camps zunächst als Betreuerin und später als Reiseleiterin aktiv. Aktuell bin ich als Reiseleitung in Weißwasser/ Sachsen tätig und leite das Zirkus- bzw. Englischcamp. Im Kindererholungszentrum „Am Braunsteich“ finden in den Sommerferien vier verschiedene Feriencamps statt.

Dabei handelt es sich um die Themen Zirkus, Baumhaus, Geocaching und Englisch. Dennoch verbringen die Kinder und Betreuer die Ferienwoche nicht separat voneinander. Neben den spezifischen Aktivitäten wie Zirkustraining, Baumhaus bauen, Geocaching und Englischunterricht, gibt es noch viele weitere Freizeitaktivitäten, an denen alle Kinder teilnehmen können. Dadurch knüpfen die Kinder viele Kontakte und lernen neue Freunde kennen. Manche tauschen am Ende ihre Adressen oder Telefonnummern aus, um sich für das nächste Jahr für die gleiche Woche zu verabreden. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie schnell sich Kinder miteinander anfreunden und innerhalb einer Woche zu einer eingeschworenen Gemeinschaft werden.

Verschiedene Camps

Im Baumhaus-Camp bauen die Kinder unter Anleitung ein eigenes Baumhaus. Meist arbeiten die Kinder in zwei Gruppen, die sich zuvor natürlich abstimmen müssen, wie sie vorgehen wollen. Auch wenn die Plattform und einige Pfeiler bereits fest installiert sind, sieht das Baumhaus jede Woche anders aus. Da werden verschiedene Bereiche mit Wänden abgegrenzt, Fenster in allen Größen und unterschiedlichen Stellen eingebaut und die Form des Daches variiert. Zusätzlich stellen die Kinder manchmal noch Möbel wie Bänke, Tische oder Regale her, mit denen sie dann das Baumhaus ausstatten.

Einmal haben die Kinder sogar eine kleine Waldbar mit Theke eröffnet und eine andere Gruppe hat eine Figur aus Holz gebaut, die sie dann den anderen in einer kleinen Präsentation vorgestellt haben. Das Zirkus-Camp beinhaltet das Training in verschiedenen Disziplinen wie Hula-Hoop, Tellerdrehen, Jonglieren und Laufkugel. Am Ende der Woche führen die Kinder das Erlernte in einer Zirkusvorstellung den Eltern vor. Manchmal haben die Kinder schon einige Erfahrungen mit dem Thema Zirkus, da sie bei einer Projektwoche, einer AG oder in anderer Form mit den Zirkusdisziplinen in Kontakt gekommen sind. Normalerweise findet das Zirkustraining unterteilt nach Disziplinen statt.

Je nach Interesse nehmen die Kinder an den gewünschten Trainings teil und studieren gemeinsam eine Zirkusnummer ein. Wenn die Kinder zum Beispiel beim Hula-Hoop bereits einige Tricks beherrschen, dürfen sie diese natürlich vorführen und in die Nummer mit einbauen. Zusätzlich gebe ich dann noch Tipps und Vorschläge wie die Nummer weiter aufgebaut werden könnte. In einer Woche brauchte ich dies jedoch nur bei Akrobatik tun. Die anderen sieben Nummern überlegten sich die Kinder komplett selber und am Ende entstand daraus eine sehr schöne Aufführung.

Natur und Sport in der Freizeit

Das Camp liegt mitten im Wald und hat ein weitläufiges Gelände vorzuweisen. Dort bieten sich zahlreiche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Auf den Sportplätzen können sich die Kinder mal so richtig austoben. Manchmal organisieren die Kinder selber Fußball-, Hockey- oder Volleyballspiele. Dabei treten sie zum Beispiel auch gegen andere Camps oder Kindergruppen an, die zur gleichen Zeit im KiEZ ihre Ferien verbringen.

Ein besonderes Highlight ist natürlich das 25m-Schwimmbecken. Dort springen die Kinder nicht nur bei sonnigem Wetter hinein. Die ganz Abgehärteten lassen sich auch von Nieselregen oder niedrigeren Temperaturen nicht abschrecken. Einmal in der Woche machen wir eine Wanderung in die nahe Stadt Weißwasser, wo die Kinder die Möglichkeit haben sich ein paar Süßigkeiten oder etwas anderes zu kaufen.

Die Wanderung führt durch den Wald, über die mehr als 200 Meter lange Fußgängerbrücke über den Braunsteich sowie durch die Straßen Weißwassers. Manchmal stöhnen die Kinder, dass der Weg so weit ist. Doch nach rund einer Dreiviertelstunde kommt man beim Eisladen an und spätestens dann sind alle Strapazen vergessen.

Verschiedene schöne Aktivitäten

Bei der Schatzsuche teilen sich die Kinder in Kleingruppen auf und bekommen Aufgaben, welche sie in der Gruppe lösen müssen. Am Ende suchen sie dann gemeinsam den Schatz. Bei dieser Aktivität kann jede Gruppe in ihrem Tempo arbeiten und benötigt die Unterstützung aller Mitglieder. Manche Gruppen teilen sich dabei geschickt auf und lösen mehrere Aufgaben parallel. Eine Gruppe hat dies sogar mal in einer Rekordzeit von knapp zehn Minuten geschafft, indem sie zu allen Orten hin gesprintet ist und die Fragen so in kürzester Zeit beantworten konnte.

Besonders gemütlich ist es häufig in der Mittagsruhe. Bevor die Nachmittagsaktivitäten losgehen, ist etwas Zeit zum Durchatmen und Ausruhen. Dann setzen sich Kinder und Betreuer zusammen hin und spielen Kartenspiele, lesen oder unterhalten sich ganz einfach miteinander. Natürlich können sich die Kinder auch ins Zimmer zurückziehen. Vor allem für die jüngeren Kinder ist dies eine sinnvolle Erholungspause. Denn eine ganze Woche voller Action kann auf Dauer schon ein wenig müde machen. Auch als Betreuer bzw. Reiseleitung ist es eine schöne Abwechslung gemeinsam mit den Kindern die Freizeit zu verbringen.

Dabei findet sich immer jemand, der gerne Fußballspielen bzw. Baden geht oder Karten und andere Spiele zusammen mit den Kindern spielt. So wie die Kinder sich ihre Freizeit und die dazugehörigen Aktivitäten einteilen können, widmen sich die Betreuer dann auch ihren Lieblingsbeschäftigungen. Dadurch macht es für beide Seiten Spaß, ist erholsam und die Betreuer und Kinder lernen sich besser kennen. Manchmal kommen Kinder in der nächsten Saison wieder, weil sie wissen, dass ein bestimmter Betreuer mit dem sie sich besonders gut verstanden haben, dann auch da ist.

Unterkunft und Verpflegung

Untergebracht sind die Kinder im KiEZ „Am Braunsteich“ in Bungalows bzw. im Bettenhaus. Jeweils vier bis sechs Kinder wohnen gemeinsam in einem Zimmer. Diese Anzahl ist ideal, weder zu viele, noch zu wenig. So bilden sich schnell neue Freundschaften. Wünsche können die Kinder natürlich vorab äußern und diese werden dann vor Ort berücksichtigt. Außerdem achten wir auf ein ähnliches Alter der Kinder in einem Zimmer. Denn Gleichaltrige kommen auf Dauer häufiger besser miteinander klar, als Kinder, die vom Alter her sehr weit auseinander liegen.

Um den Zusammenhalt zwischen den Kindern in einem Zimmer zu fördern, gibt es zum Beispiel eine Zimmerolympiade. Bei dieser bekommen die Kinder nicht nur für die Sauberkeit und Ordnung Punkte, sondern können sich auch kreative Extras überlegen. Natürlich kommt es manchmal vor, dass sich einige Kinder mit welchen aus einem anderen Zimmer besser verstehen. Dann ist es auch möglich die Zimmer nochmal zu wechseln, wenn alle damit einverstanden sind. Die Mahlzeiten finden täglich zu festen Zeiten statt. Frühstück und Abendbrot werden als Buffet angeboten.

Dabei gibt es eine große Auswahl an Speisen, sodass jedes Kind das passende findet, um sich zu stärken. Mittags gibt es ein warmes Essen, bei dem sich die Kinder nachholen können, bis sie satt sind. Das Mittagessen wird wie alle anderen Mahlzeiten ebenso frisch zubereitet und trägt zu einer vollwertigen Ernährung bei. Nicht nur den Kindern schmeckt das Essen dort meist sehr gut.

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Das Feriencamp 4.5 von 5 Sterne basierend aus 977 Bewertungen und 977 Meinungen.