Still sitzen – muss (nicht) sein

Wenn Kleinkinder anfangen zu krabbeln, freuen sich die Eltern. Sie bieten ihrem Kind dann im besten Fall möglichst viele unterschiedliche Bewegungserfahrungen. So können sich die Motorik und der Körper der Kleinen am besten entwickeln. Im Kindergarten dann gibt es immer noch viele Angebote, die den Schwerpunkt Bewegung haben. Doch ab einem gewissen Alter wird dann von den Kindern auch mal verlangt, zum Beispiel beim Essen, still zu sitzen. Noch extremer wird es schließlich in der Schule. Hier wird von den Kindern abverlangt in den meisten Fällen während des Unterrichts mindestens 45 Minuten still zu sitzen. Nach Unterrichtsschluss warten bei älteren Schülern auch noch mehr oder weniger viele Hausaufgaben. So müssen Grundschulkinder täglich mehrere Stunden still sitzen.

Zu viel sitzen ist schädlich Still sitzen muss nicht sein

Zum Einen wird die Gesundheit negativ beeinflusst, denn der Mensch ist eigentlich für die Bewegung geschaffen. Unsere Vorfahren, die Jäger und Sammler, waren jeden Tag stundenlang am Stück auf Nahrungssuche. Auch noch in den letzten Jahrhunderten übten die Menschen überwiegend körperliche Arbeiten aus. Heutzutage dagegen verbringen Jugendliche weit mehr als die Hälfte des Tages in sitzender Position. Wen wundert es also, dass Rückenprobleme schon im Kindesalter immer häufiger werden. Weitere Krankheiten, die durch Bewegungsmangel und daraus resultierendes Übergewicht hervorgerufen werden, sind Diabetes und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Zum Anderen ist übermäßiges Sitzen nicht gut für die Konzentration, denn der Körper verfällt in den Ruhemodus. Das heißt, er fährt den Kreislauf herunter, wodurch Gehirn und zentrales Nervensystem weniger gut mit Sauerstoff, Wasser und Nährstoffen über das Blut versorgt werden können. Einzige Ausnahme ist, wenn ein Kind total versunken in eine Aufgabe ist, die ihm großen Spaß macht und die spannend ist. Dann nämlich ist der Blutdruck normal hoch, ganz im Gegenteil zu Zeiten in denen man still sitzen muss, sich aber dabei langweilt.

Abhilfe schafft dynamisches Sitzen

Dynamisch sitzen bedeutet, seine Haltung und Position auf dem Stuhl immer mal wieder zu ändern. Mal sitzt man kerzengerade, dann wieder angelehnt, vielleicht dreht man auch mal die Lehne des Stuhls nach vorne, um sich darauf abzustützen. Eine gute Hilfe ist auch ein luftgefülltes Sitzkissen. Das Sitzen darauf erinnert an erinnert an einen Sitzball, allerdings kann man sich zwischendurch anlehnen und der Stuhl kann nicht wegrollen. So können sich Kinder im Sitzen unauffällig bewegen und trainieren außerdem ihre Körperspannung. Als Unterbrechung ist es eine gute Idee immer mal wieder aufzustehen und sich zu bewegen. Viele Lehrer integrieren Bewegung zumindest in den unteren Klassen noch etwas häufiger in den Unterricht. In diesen Pausen kann ein Bewegungsspiel gespielt, ein Lied im Stehen gesungen oder einfach Gymnastik gemacht werden. Auch Kopfrechen oder mündliche Abfragen können zumindest im Stehen durchgeführt werden. Und bei den Hausaufgaben können die natürlich ebenso bewegte Pausen mit einbauen. Aber natürlich sind viele Kinder dann froh, wenn endlich Ferien sind, in denen sie nicht solange still sitzen müssen. Wenn die Kinder dabei dann ausdrücklich viel Bewegung haben wollen, ist vielleicht ein Fußballcamp oder Surfcamp das Richtige.

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